Im Acabus Verlag ist im Juni 2012

meine Autobiografie erschienen

 

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Sanfter Missbrauch - das schleichende Seelengift


 

Nachwort

 

Inzwischen ist geraume Zeit vergangen, seitdem das Manuskript fertig gestellt wurde. Anfangs hatte ich vor, das Buch unter einem Pseudonym zu veröffentlichen, weil ich damals immer noch voller Zweifel und Schuldgefühle steckte und glaubte ein Außenseiter zu sein. Mittlerweile habe ich allerdings festgestellt, dass es sehr viele Betroffene mit ähnlichem Schicksal gibt, die sich nur nicht trauen, darüber zu reden. Und hinter einem falschen Namen würde auch ich mich ja weiterhin verstecken und keinem wäre geholfen. Aber ich will ja viel mehr,dass auch die anderen erkennen, dass sie nicht allein dastehen und sie ebenso eine Chance haben glücklich zu werden.

 

Natürlich war nicht alles sofort in Ordnung, nachdem ich die Autobiografie geschrieben hatte. Im Gegenteil, ich hatte sogar das Gefühl, jetzt ging es mit dem Elend erst richtig los. Was jahrelang in großer Tiefe schlummernd verborgen lag, war geweckt worden und wütete herum. Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich müsste mich rächen und wurde mitunter für meine Mitmenschen unausstehlich. Ich war nicht in der Lage zu erkennen, dass es nichts nützte, plötzlich den Spieß umzudrehen und sich aufzubäumen oder sich als Opferlamm darzustellen. Was geschehen ist, kann  nicht rückgängig gemacht werden, aber die Programmierungen, die mir eingegeben wurden, können gelöscht werden. Dazu war es aber wichtig, das Geschehene als gegeben hinzunehmen, einen Schlussstrich zu ziehen und zu vergeben. Erst dann konnte ich Frieden finden, vor allem den Frieden mit mir selbst.    

Als ich erkannt hatte, dass es allein an mir liegt, was ich aus meinem Leben mache und alles, was ich aussende, mir im Gegenüber auch genauso wieder begegnet, konnte ich ohne Groll die Vergangenheit endlich loslassen. Eine Vergangenheit, die mich jahrzehntelang nicht einmal bewusst belastet hat, aber im Untergrund ständig ihr Unwesen trieb. Wenn der angebliche Feind entdeckt ist, kann er einem nichts mehr anhaben. Ich sage mit Absicht „der angebliche Feind“, denn jeder und alles, was mir im Außen begegnet, weist mir auf seine ganz besondere Art und Weise meinen Weg zu mir selbst. Ich musste lernen, mich so zu akzeptieren, wie ich bin, mit allen Schwächen und Fehlern sowie meiner Vergangenheit.  Aber vor allem musste ich lernen, mich gerade dafür zu lieben und zu ehren. Erst als ich mich selbst akzeptierte, bewunderte und liebte, war ich auch fähig, andere wirklich zu lieben. Auf dem Weg zu dieser Erkenntnis sind mir Personen begegnet, die mir mehr oder weniger bewusst oder unbewusst geholfen haben, mein neues Wissen umzusetzen. Ich erkannte, dass jeder angebliche Rückschritt nur ein weiterer Fortschritt in ein besseres Leben ist, und alles vermeintlich Schlechte eine positive Seite hat. Wenn Sie lernen, Ihre Schwächen als Ihre Stärke zu sehen und sich dafür zu lieben, werden auch die anderen Sie akzeptieren und so lieben, wie Sie sind. Nur die Liebe kann uns wirklich glücklich machen, für sie gibt es kein Schuldig oder Unschuldig, also sollten auch Sie sich nicht für irgendetwas verurteilen oder gar bestrafen.

 

Als ich gelernt hatte, mich selbst zu lieben, so wie ich bin,  ist mein Leben bedeutend leichter  geworden.

Meine Unverträglichkeiten, Allergien und anderen Unpässlichkeiten sind wie weggeblasen und ich genieße jeden Tag, den ich mit meinem Mann genießen darf. Seine übergroße Liebe und Geduld hat es überhaupt erst möglich gemacht, dass ich so weit gekommen bin. Deshalb halten Sie die Augen offen und halten Sie das Glück fest, wenn es bei Ihnen anklopft.

 

 

Autorin: Sabine B. Procher 


 

 

 

 



 

 

 

 

 

 


 

 

    

 

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